Samstag, 27. Oktober 2007

Im Gespräch mit Amazon Noir

Alessandro Ludovico„Amazon noir“ von Ubermorgen.com mit Alessandro Ludovico und Paolo Cirio konnten die Software von einem der grössten Internet – Büchershops überlisten womit sie sich Zugang zu vollständigen Büchern verschaffen konnten. Für Aufsehen hat auch der Raub ihres Buches in der Ausstellung am Shift Festival gesorgt: „ Dabei dachte ich mir, dass unser Buch gerade in der Schweiz keine Bewachung braucht.“
Weiteres erfährt ihr im Künstlergespräch mit Alessandro Ludovico.

Samstagnacht Audio / Visionen

Mit dem heutigen Konzertprogramm kann so leicht keiner mithalten, wenn es um elektronischen Sound geht. Mit Coldcut hat die Festivalleitung Pioniere auf dem Gebiet der audiovisuellen Performance von England nach Basel geholt, aber auch die Mitstreiter des heutigen, doch eher kalten abends können sich sehen lassen:
Mikomikona aus Berlin verknüpfen integral Bild mit Ton und ihr Soundcheck verspricht eine gelungene Performance. Die Performance "Hurrliburrli" (Sissikontest) bringt ein experimentelles Spiel mit obskuren Geräuschinstrumentarium und Moritz Wettstein wiedergibt die Geräusche und Bewegungen der Anwesenden mit seiner Musik - Video - Maschine.

Suthek, Jennifer Cardini und unsere einheimische S - Biene ziehen ab halb eins mit uns weiter bis alle die Zeitumstellung verstanden haben ...so gegen 04.00 Uhr.

Die Eintrittskarten für die Party bekommt ihr für 25.-

"picidae" ein ausgezeichnetes Projekt am Shift

Eines von den drei prämierten Projekten des Migros - Kulturprozent findet man auch auf Festivalgelände. Picidae, die Fachbezeichnung für die Gattung der Spechte, heisst ein innovatives Projekt, welches die textbasierten Zensurmechanismen im Internet zu überwinden hilft.
Vor einigen Wochen wurde das Projekt in der Zürcher Zeitung ausführlich gewürdigt, nun wurden die beiden Schweizer Künstler Christoph Wachter und Mathias Jud mit dem Hauptpreis, der gestern Nachmittag vom Migros-Kulturprozent am Shiftfestival ausgelobt wurde, ausgezeichnet.


In der Installation von Wachter und Jud kann man virtuell im zensierten Internet von Staaten wie China oder Iran surfen und so einfach erfahren, mit welchen Hindernissen man in diesen Regimen konfrontiert ist, wenn man im Internet recherchieren oder auch nur surfen will.
Die Idee die textbasierte Zensur über die Zwischenschaltung von Bildern zu überwinden, ist eigentlich ebenso schlicht wie genial. Suchergebnisse geben die pici-Server als Bilder aus; damit fehlen für die Filter der Internetzensoren die Schlagwörter, die im Lauftext oder in Metadaten unerwünschte Inhalte erkennbar machen.

Migros - Kulturprozent fördert digitale Kunst

Als klein und fein würden wir auch diesen Anlass bezeichnen. Ohne grosse Umschweife wurden dem Publikum die Preisträger bekannt gegeben. Die Jury wählte dafür das Internet – Projekt „picidae“, das Roboter – orchester „Rozzobianco“ sowie „Bitbug“ aus.



„picidae“ ist ein Projekt der beiden Künstler Christoph Wachter und Mathias Jud, die Websiten in Bilder umwandeln und somit die digitale chinesische Zensur – Mauer durchbrechen können. Sie unterwandern somit die Zensur und eröffnen eine andere Sicht auf das World Wide Web. Für ihre politische Internet – Arbeit erhalten sie als Produktionsbeitrag 25 000 Franken für die Weiterentwicklung ihres Projektes.

20 000 Franken gehten an Renato Grob und Lisette Wyss aus Bern mit ihrem Roboter Orchester „Rozzobianco“. Die etwas skurrile Roboterband spielt nicht nur richtige Musik sondern kann auch optisch unterhalten. Der Werkbeitrag soll den Künstlern ermöglichen einen Anhänger zu einer mobilen Bühne für ihre Musikroboter zu bauen , damit die Truppe noch einfacher den Weg zum Publikum findet.


„bitbug“
handelt von Mikroprozessoren verpackt in gebrauchten Süssstoff – Dosen, die zufällige Klang – und Bildmuster erzeugen. Der Berner Michael Gianfreda erhält für seine witzigen Entwicklungen 5000 Franken.

))¦Kopfhörerkonzerte zum Entspannen gut¦((

Möchte man sich für eine Weile vom Festival Trubel zurückziehen, empfiehlt es sich den Güterwagon mit den Kopfhörerkonzerten aufzusuchen. Gegen ein Pfand kriegt man einen Kopfhörer mit Infrarot-Ausstattung aufgesetzt und kann sich so im resp. vor dem Güterwagon frei bewegen. Drinnen ist es einladend warm - genau richtig um das DJ-Set zu geniessen. Die Stimmung war wunderbar entspannt. Einige Gäste schienen zu schlafen. Andere nickten mit dem Kopf. Eigentlich wie in der U-Bahn oder im Tram, wo jeder seinen iPod einstöpselt um nicht gestört zu werden. Doch weil alle den gleichen Live-Sound hörten, herrschte doch ein Gefühl von Gemeinschaft. Umso komischer dann, wenn man den Kopfhörer abnimmt und sich die Situation ohne Musik anschaut. Der ganze Zauber verfliegt sogleich.

))¦Der Festivalfreitag¦((

Gleich zwei Schreckensmeldungen überschatteten den Festivalfreitag. Erst wurde bekannt, dass die Interventionen von Platoniq nicht durchgeführt werden konnte, weil das Equipment von der Speditionsfirma verschlammt wurde, dann machte die Meldung eines Kunstraubs die Runde. Das gestohlene Objekt ist bis zur Stunde nicht wieder aufgetaucht.
Das entwendete Ausstellungsstück mit dem Titel «Steal this Book» konnte jedoch von Ubermorgen.com glücklicherweise ersetzt werden.

Impressionen dieses ereignisreichen Tags finden sich hier im Anhang.



Der morgige Samstag wird geprägt von der Shift-Minikonferenz und der dritten musikalischem Abendprogramm mit Mikomikona, Sissikontest , Coldcut und der Night-Shift mit Sutekh, Jennifer Cardini und S-Biene.

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